Review: Elmsfire - Thieves of the sun (CD)


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Schlagworte:

Elmsfire, Heavy Metal, Review, Thieves of the sun
Elmsfire - Thieves of the sun CoverSooooooooooo, meine Freunde. Nach Langem melde ich mich mit Pauken und Trompeten wieder zurück. Wenn´s keiner merkt, auch gut (Achtung Ironie). Und zwar präsentiere ich diesmal eine absolut aufstrebende lokale Metalband, die auf den wunderschönen Namen ELMSFIRE hört. Ich freue mich ganz besonders, darüber schreiben zu können, da ich es ELMSFIRE mehr als nur gönne. Diese tapferen Axtschwinger, Wikinger und Pfeilschützen spielten 2005 vor einer komplett leeren Kulisse, zogen es aber dennoch durch. Das vergesse ich meinen Lebtag nicht und ziehe immer noch meinen Hut davor! Den Erfolg den sie jetzt endlich bekommen, haben sie sich alle wirklich mehr als verdient. Daran sieht man auch, dass man es schaffen kann, wenn man wirklich am Ball bleibt und nicht aufgibt.

"Thieves of the sun" ist der Titel des aktuellen Longplayers, was so viel heißt wie "Diebe der Sonne". Nun, kann man darunter verstehen, dass Ihr mir jetzt meine Sonne klauen wollt? Kleiner Scherz am Rande. Nein, im Grunde verstehe ich das als ernste Metapher. Das Coverartwork ist passend zum Titel gestaltet und das recht aufwendig mit Liebe zum Detail. Es zeigt einen Kampf, Mensch gegen Monster, auf einem Schiff, das sich einsam den Weg durch die stürmische See bahnt. 2 Krieger sind zu sehen, dahinter die Flaggen von Deutschland, England und Schottland. Das Monster kommt in passendem grün daher und sieht mit seinen Klauen schon ziemlich kräftig aus. Das Steuerbord steht leer. Spricht das dafür, dass man manchmal kopflos handelt? Ein harter Gegner dieses Biest, aber mit genug Kraft und Mut zu bekämpfen. So ist es doch letztlich oft genug im Leben. Oft ein harter Gegner, aber wenn man genügend Kraft und Mut aufbringt auch in kopflosen Zeiten, einer, der durchaus zu meistern ist.

Aber genug der üblichen langen Vorreden. Die neue ELMSFIRE CD reingelegt und auf Play gedrückt.

Es beginnt mit einem orchestralen Intro. Windrauschen inklusive einer tiefen, eindringlichen Stimme, die uns eine Geschichte erzählt. Eine Geschichte über eine Reise, einsam, entschlossen, bereit für alles. "Elmsfire have come at last" spricht schon für sich.

Worth a tale - Der erste Song startet mit einem fulminanten Anfang! Kraftvolle Stimme á la Blind Guardian, einer gängigen Midtempo Doublebass, tighten Bass-, Rhythmus- und Solo Gitarren. Elmsfire haben ihren endgültigen Sound gefunden - soviel steht fest! Der erste Refrain animiert sofort zum Headbangen und mitgröhlen. Druckvoller Sound, perfekt abgemischt. Hier kommt Part auf Part in Einklang mit dem Vorherigen und Folgendem. Ein pompöser Zwischenteil, der wieder sehr flüssig in einen treibenden Onbeat wechselt. Im kompletten Laufe des Songs präsentieren Elmsfire eine wunderschöne Bandbreite: Mehrstimmige Gesangseinlagen, atmosphärische Sologitarren ebenfalls in sehr harmoniöser Zusammenarbeit. Hier wird noch richtig viel Wert auf Fingerspitzengefühl gelegt. Sowohl am Instrument und Mikrofon selbst, als auch im Songwriting an sich. Das merkt man nicht nur, nein das hört man auch, man fühlt es regelrecht in den Eiern. Eingefleischte Metalfreunde werden wissen, was ich damit meine. Zuletzt noch mal der wirklich ohrwurmtaugliche Refrain. Der Text arbeitet, wie erwartet, mit einer sehr gut in Szene gesetzter Metapher Mythologie/Realität. Elmsfire verbinden hier innere Einstellungen, Hoffnungen, Ängste und Träume mit literarischen Meisterwerken. Mir persönlich sagt dies sehr zu! Leute, der erste Song ist direkt eine absolute Bombe! Das macht mir dermaßen Lust auf mehr, dass ich das nächste Stück gar nicht abwarten kann.

Eolian - Bämms Junge! Was für eine Einleitung! Die Strophe startet mit einem gängigen Rhythmus und einer sehr schönen Sologitarre, die durch den Song segelt, wie ein Schiff auf stürmischer See. Die Stimme ist wieder einmal sehr kraftvoll und geht absolut ins Ohr. Im Refrain versetzt das Drumming den Rhythmus in eine Art Kampftrommeln. Ganz so, als wäre ich als Hörer jetzt teil der Schiffscrew, an den riesigen Rudern sitzend und meine ganze Energie auf das Weiterkommen des Schiffes setzend - geführt von einem ständigen Trommeln, das seinen Klang auch im Sturme nicht verliert. Ein kleines Zwischenspiel folgt. Melodiös, mehrstimmig, atmosphärisch, breaklastig episch! Der Text sagt in etwa soviel aus wie: "Ich lasse mich nicht unterkriegen! Nichts und Niemand stellt sich mir in den Weg!" und das zeugt vielleicht von viel Erlebtem. Jedenfalls höre ich das so für mich da raus. JUNGE! Bereits nach dem zweiten Song bin ich voll und ganz in die Welt von Elmsfire eingetaucht und weiß, dass ich bei Weitem nicht der Erste bin und in Zukunft sein werde! Wer da seinen Nacken ruhig hält, ist es entweder selber Schuld oder hat sowieso keine Ahnung. Jetzt hätte ich jedoch nichts dagegen, wenn die Geschwindigkeit zunimmt. Was KEINESFALLS als negative Kritik gemeint ist.

Stormchild - Nun gut, es beginnt sehr ruhig und atmosphärisch. Höre ich da ein wenig Iron Maiden raus? Das Solo ist vielleicht etwas zu viel des Guten. Aber? Was ist DAS? Auf einmal eine Explosion! POFF POFF POFF! Stormchild entpuppt sich als die gehoffte Geschwindigkeitssteigerung. Der Gesang wieder einmal sehr breit und kraftvoll. Der Refrain geht richtig ab, da kann man nichts weiter zu sagen. Live mit Sicherheit einer der Höhepunkte. Megafetter Doublebass-Part! Wunderbares Zusammenspiel mit den Keyboards, die zum ersten Mal richtig in Szene kommen. Erinnert etwas an Children of Bodom. Gitarrist Germano zeigt hier ein geiles Solo und macht das etwas zu gut gemeinte am Anfang mehr als wieder wett. Textlich wieder sehr stark und frei nach dem Motto: "Uns kriegt Ihr nicht klein!". Jetzt müssten mittlerweile alle Haare fliegen. Meine machen es schon längst! Ballermann, absoluter Ballermann und Höhepunkt des Albums!

Escape - Der Titel verspricht ein weiteres Feuerwerk an Stromgitarren, kraftvollen Vocals und scheppernden Trommeln. Er beginnt mit einem Didgeridoo. Fritz, warst Du das? Kommt jedenfalls sehr schön rüber. Das Lied beginnt in einem lockeren, treibenden Beat mit einer widerum sehr verspielten und schönen Gitarrenarbeit, die auch nach den Refrains beibehalten wird. Der Gesang diesmal wunderbar tief mit einem beständigen und gekonntem Vibrato. Der Refrain legt Wert auf breites, hartes Powerchording. Der Zwischenteil sehr druckvoll. Toms, die sprichwörtlich auf die Pauke hauen. Meine Kraft am Ruder hat keineswegs nachgelassen. Eine wunderbare Midtempo Nummer. Punktum.Sehr guter Text, mit Parts wie "Ich bin erst fertig, wenn ich tot bin" - Kommt sehr gut und stillt den Hunger auf mehr noch keineswegs.

Ahab - Unserem guten alten Kapitän Ahab, der seines Zeichens den legendären Wal Moby Dick zu Jagen versuchte, wird hier ein akkustisches Denkmal gesetzt. Eben dieser hält eine kurze Ansprache. Die Schiffscrew schreit auf und es geht sofort los mit einem kraftvollen Riffing und starken Vocals. Also, ich muss echt sagen, was Elmsfire hier bisher rausgehauen haben dürfte für einige etablierte Bands des Genres zur echten Konkurrenz werden. Schnelle Doublebass – POFF POFF POFF - und nahezu perfekt gespielte Gitarren, im Solo als auch an der Rythmik wo ich mich wieder in meine Kindheit versetzt fühle und mit Liebe dem Dideldü dieser Art lauschte. Der akkustische Outro-Teil weiß ebenfalls absolut zu überzeugen. Liebe fürs Detail spürt man in jeder einzelnen Note.

Taipouri ake Tonu Aku - POFF POFF POFF! Hier wird direkt Vollgas gegeben! Rythmusgitarren und Gesang diesmal richtig tief und brutal. Das hat Eier, da kann man mir sagen was man will. Wobei auch hier der bisher gewohnte "Elmsfire Epicmetal-Wikinger-Krieger-Effekt" keineswegs verloren geht. Die Gesangsdopplung ist hier sehr ausgefeilt. Der Text hält sich beim Thema "Ihr kriegt mich nicht klein", was ich persönlich wirklich gut finde. Der Instrumentalpart ist melancholisch gehalten. Auch Instrumente kann man sprechen lassen und gerade hier fällt es auf, wie klar sie sprechen können. Nach 4 Minuten ein Totalbreak. Die Instrumente steigen hintereinander ein und eröffnen einen Mitsingpart vom Feinsten. Würde mich nicht wundern, wenn einige die Gitarrenmelodien irgendwann auswendig mitsingen. Von welcher Größenordnung in Sachen Konzerte ich hier spreche könnt Ihr Euch, glaube ich, vorstellen. Ganz großes Kino!

Thieves of the sun - Der Titelsong und gleichzeitig das furiose Finale Grande! Was soll ich noch sagen, was ich nicht schon längst los wurde? Gitarren sehr episch, Rythmik sehr breit gehalten, geile Drums und wundervoll epischer Keyboard Sound. Blind Guardian watch out! Nicht nur die Kilometerzahl zeugt von einer sehr geringen Entfernung voneinander. Was keineswegs heißt, dass hier kopiert wird. Die eigene Note ist definitiv unverkennbar. Ein getapptes Gitarrensolo.Warum nicht? Auch hier zeigt Germano wieder seine wirklich nicht kleine Bandbreite und enormen Fähigkeiten. Der Titelsong Thieves of the sun weiß durchaus zu überzeugen, wenn auch nicht der Höhepunkt dieses Klasse Albums. Einziges Manko: Das Album sollte vielleicht mit einem Knall enden und nicht einfach ausgefaded werden.

Sooooooooo, meine Freunde. Das war’s mit Thieves of the sun. Eine durchweg gute Metalproduktion. Das Songwriting stark, der Sound perfekt abgemischt. Die Texte sehr gut, vielleicht nicht für Jedermann verständlich, aber das müssen sie auch gar nicht sein. Elmsfire zeigen hier ganz klar, wo sie mit ihrer Musik hinwollen und sollte es ihnen gelingen, hätten diese wirklich sehr sympatischen, langhaarigen Heavy Metal Verfechter ein mehr als verdientes Ziel erreicht! Um zum Abschluss zu kommen: Ich bin froh, über dieses klasse Album schreiben zu dürfen und werde es in Zukunft sehr in Ehren halten. Ich bekam es von Gitarrist Germano - ein sehr netter Zeitgenosse, immer mit einem Lächeln auf den Lippen - aus erster Hand. STAY METAL! RAISE THE POMMESGABEL! IHR SEID SPITZE!

Trackliste Elmsfire - Thieves of the sun:
01. Towards The Gate Of Hercules
02. Worth A Tale
03. Eolian
04. Stormchild
05. Escape
06. Ahab
07. Taipouri Ake Tonu Atu
08. Thieves Of The Sun
Jetzt kostenlos in das Album "Thieves of the sun" von "Elmsfire" reinhören

Veröffentlicht von am um 13:25 Uhr unter Reviews

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