
Eines sage ich Euch gleich vorab: Lange Wochenenden können ein Segen und ein Fluch sein.. Wieso? Freitag Abends haben Operation Semtex und die Hi-Fi Spitfires in Düsseldorf zum Tanz gebeten und in der Nacht von Samstag auf Sonntag ging die Reise nach Bayern (Fürth) los zum (vorerst!) letzten Auswärtsspiel der Fortuna in dieser Saison. Sonntag Nacht bzw. Montag früh in´s Bett gefallen um dann am Montag Nachmittag wieder fit zu sein um die Reise zum
LOUD CULTURE Konzert in
Lünen anzutreten, welches vom
Skateboard-Label fua industries veranstaltet wurde.
Also dann, alle Mann (und Frau) in das Auto gestopft und los ging die Tour nach Lünen. Auf der Hinfahrt war schon klar, dass das Leben den Moppa mal wieder nicht sooooo sehr mag ;) Zuerst überholten uns auf der linken Spur gefühlte 20 Zivilfahrzeuge der Polizei mit Blaulicht (was ein gruseliger Anblick!) und beim Zwischenstopp in Wattenscheid, beim McDonalds, hatten die nur noch McFlurry KitKat und Smarties -.- Was könnt Ihr eigentlich? Man man man.. Total unbefriedigt ging die Fahrt also weiter und ca. 20-30 Kilometer vor Lünen gab es dann noch einen Stau wegen eines Unfalls. Perfekt!
So kam es, dass wir erst um 21:20 Uhr in Lünen beim
Lükaz (Lüner Kultur- und Aktionszentrum) angekommen sind und die erste Band -
For Sale - bis auf den letzten Song verpasst haben. Und wie sollte es auch anders sein: Der Song, den die Band als letztes spielte, war wohl eines der älteren Generation und somit nicht aussagekräftig für den Rest der Show - Also: Es steht damit 2:0 im Kampf "Böse Welt" gegen Moppa. In der Umbaupause zur nächsten Band haben wir dann erstmal ein paar bekannte Gesichter begrüßt, denn hauptsächlich sind wir als Support für die Düsseldorfer Jungs von
Jolly Roger angereist.
Aber bevor die Düsseldorfer-Punkrocker auf die Bühne durften, machten sich erstmal
Tony Gorilla für ihren Auftritt bereit. Ich muss dazu sagen, dass ich den Namen zuvor noch nie gehört habe und ich somit auch überhaupt nicht wusste, was ich zu erwarten hatte. Rein vom Namen klang es sogar eher nach einem Hip-Hop DJ als einer
Punk´n´Roll Band aus dem
Ruhrgebiet. Aber wie heißt es doch so schön? Erwarte Nichts und erhalte viel! Yeah! Die Stimme des Sängers ist einfach nur mega geil! Musikalisch wurde hier fertziger Rock´n´Roll mit Punkrock-Elementen geboten, bei dem man eigentlich meinen müsste, dass das Publikum begeistert am Pogen und Tanzen ist.. Aber das war in Lünen nicht der Fall. Bis auf ganz wenige sich bewegende Köpfe in der zweiten bis dritten Reihe stand man einfach nur still da und hat sich die Band angesehen. Nun gut, kann man machen.. Die Stimme würde auch super zu einer Rockabilly oder Psychobilly Band passen - da steckte soviel Power drin, die hat es mir an dem Tag wirklich angetan. Am 21.07. spielen
Tony Gorilla übrigens in Oberhausen beim
Devil-Side Festival 2012 zusammen mit The Bones, Ignite, Hatebreed, Clawfinger, Betontod, uvm.

Nach einer erneuten Umbaupause begannen dann
Jolly Roger aus dem wunderschönen
Düsseldorf (Hach, das kann ich gar nicht oft genug sagen... Düsseldorf, Düssel-Düssel-Düsseldorf,... ok, gut jetzt!) ihr Set mit einem arg übersteuerten Intro vom Band. Auch die ersten paar Akkorde machten es den Ohren nicht unbedingt leichter, als
Chri (Gesang / Gitarre) anfing zu spielen - aber was soll´s?! Das ist halt
Punkrock! Nach dem kleinen Startproblem war jedenfalls alles richtig eingestellt und die Jungs brachten erstmal etwas Schwung in das
Lükaz. Zum ersten Mal gab es richtige Bewegung vor der Bühne - allen voran der unermüdliche
Ingo mit seinem Motorradhelm, der hinterher noch von jeder Menge hübscher Ladies angetanzt wurde :D Auch wenn das sicherlich nicht der Beste Auftritt von
Jolly Roger gewesen ist, den ich bisher gesehen habe, so war es trotzdem stark die Jungs endlich mal wieder Live auf der Bühne zu sehen.
Nico (Gitarre) ist mir besonders positiv aufgefallen - der Junge hat wahnsinnig an seiner Bühnenpräsenz zugelegt und das weiß durchaus zu überzeugen. Die "Kritik" am Auftritt liest sich härter als es eigentlich gewesen ist - der Auftritt war durchaus gelungen und dem Publikum hat es ebenfalls gefallen, von daher gibt es keinen Grund mir jetzt mit irgendwelchen Anwälten kommen zu müssen (hahaha!). Aber Spaß bei Seite! Zum Schluss wurde noch ein zweites Mal der Song "
Alles für Nichts" gespielt, diesmal allerdings mit
Stefan Gajewski (Chef von
fua industries) anstelle von
Simon am Schlagzeug - sehr geile Performance ;)

Der Umbau von
Dog Eat Dog, die am gleichen Tag aus
New Jersey angereist sind, war ein bisschen länger angesetzt. Die Crossover-Band aus den USA hatten es dann wirklich geschafft, die Halle bis zum Rand zu füllen - da war eigentlich kaum noch ein Durchkommen. Da es für die "Böse Welt" mittlerweile sowieso 3:0 gegen Moppa stand, da ich mit meiner Kamera nicht wirklich den gewünschten Erfolg bei den Bildern erzielen konnte, habe ich die Planung Fotos zu machen, dann erstmal an den Nagel gehängt. Der Auftritt von
Dog Eat Dog war jedenfalls sehr gelungen und das Publikum war begeistert. Endlich war richtig Bewegung in der Bude und man merkte deutlich, dass die Leute eigentlich hauptsächlich wegen dieses Acts im
Lükaz waren. Für mich persönlich war das Saxophon etwas zu leise, da es vom Bass vollkommen übertönt wurde aber das ist wohl auch persönlicher Geschmack. Ich bin sowieso nicht so der Fan von der Art Musik, wie
Dog Eat Dog sie spielen ;) Aber man muss ja auch kein Fan sein, um beurteilen zu können ob es etwas musikalisch gut oder schlecht gespielt war.
Dog Eat Dog gehören defintiv zur ersten Kategorie (musikalisch gut) und sind mit über 20 Jahren Banderfahrung immer noch nicht satt. Auch bei
Dog Eat Dog durfte
Stefan Gajewski nochmal an die Schießbude und währenddessen hat sich der eigentliche Schlagzeuger als Zweitstimme beim Gesang eingebracht - ebenfalls sehr cool! Von den Gründungsmitgliedern sind lediglich noch der Sänger (
John Paul Luke Connor) und Bassist (
Dave Neabore) übrig - aber das kann in 21 Jahren auch durchaus schonmal vorkommen ;)
Dog Eat Dog spielen heute übrigens nochmal in Deutschland - nämlich im Underground (Köln) - danach sind sie erst wieder im Juni für 3 Konzerte in Deutschland unterwegs.

Was gibt es ansonsten noch zu sagen? Die
Getränkepreise waren sehr fair - 1 Euro für Softdrinks und 1,50 Euro für Bier. Achja und
Merchandise! Ich weiß ja nicht ob das in Amerika so üblich ist aber ich fand es echt dreist, dass man während dem Gig von
Dog Eat Dog die Preise vom selbigen Merchandise einfach mal um 5 Euro erhöht hat (Shirt von 10 auf 15 Euro und die CD ebenfalls von 10 auf 15 Euro). Also entweder waren die Preise von Anfang an falsch angesetzt und man hat den Fehler da erst bemerkt und korrigiert oder es war einfach nur daneben. Egal, das fand ich jedenfalls den Fans gegenüber echt keine gute Aktion aber das muss jeder selbst wissen. Für mich stand da jedenfalls fest, dass ich mir kein Merchandise von den Jungs kaufen werde. Stattdessen habe ich mir lieber nochmal das rote Jolly Roger und 2 fua industries Shirts gekauft. Um 05:00 Uhr lag ich endlich wieder zu Hause in meinem schönen Bett in Düsseldorf und konnte den Schlaf der Gerechten träumen. Halten wir fest: Die "Böse Welt" hat diesen Kampf mit 3:0 gewonnen aber der Krieg wird weiter ausgetragen - Tag täglich!
Vielen Dank nochmal an Stefan für die Einladung! Dir und dem gesamten FUA-Team nochmal einen riesen Respekt für Eure Sache und natürlich für die super Organisation des Konzerts.
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