Konzertbericht: KuB, Starlettes, Embody Sorrow & Dangerous to life (21.04.2011 - Monheim)


Artikelbild zum Thema: Konzertbericht: KuB, Starlettes, Embody Sorrow & Dangerous to life (21.04.2011 - Monheim)

Hat's Dir gefallen?



Schlagworte:

Dangerous to life, Embody Sorrow, Konzertbericht, Kurz und Bündig, Monheim, Sojus 7, Starlettes

Ein Chris auf großer Reise. Dieses mal hieß das Ziel Monheim. Ein Kaff neben Düsseldorf wo in Sachen lauter Musik immer wieder mal etwas abgeht. Vor allem um das Sojus 7 herum. Eine feine kleine Location direkt am Vater Rhein gelegen. Habe ich mit meiner Kapelle selbst immer gerne gespielt und wohlgefühlt. Eigentlich war mir heute nicht wirklich nach feiern. Der Pfeffie am Freitag zuvor lag noch im Schädel irgendwie. Da man aber versprechen halten soll raffte ich mich doch auf, um die Releaseparty von Dangerous to life zu besuchen. Außerdem hatte ich wunderschöne Begleitung. Da kann man auch mal einen Kater ignorieren. 
 
In Monheim angekommen wurde ich erst einmal stutzig. Rheinstadion? Hier heißt ein Teil Rheinstadion! Düsseldorfer werden wissen warum ich total verwirrt war. 
Dann aber doch schnell rein.
Die erste Band stand schon auf der Bühne und ließ ihr Intro in Form einer feinen Rocky Ansprache vom Band laufen. Die Männer von Kurz und Bündig machten also den Anfang vor einer Hand voll Leuten. Vielleicht auch zwei. Oder eine größere. Jedenfalls noch reichlich Platz nach oben. Den Opener Song fand ich unglücklich gewählt für eine Punkrock Band. Da erwarte ich irgendwie doch eine flottere Nummer. War heute aber eh nicht der große Tag für die Jungs. Kamen mir hier und da sogar ziemlich verunsichert vor. Und leider war auch der Sound wieder grottig. Ich bin Gitarrist und stehe auf laute Gitarren. Aber diese darf nun nicht alles unterbuttern, erst recht nicht das Schlagzeug. Ich weiß nicht ob es nur an der Anlage lag denn das Problem hatten die Männer schon im Schlachthof in Düsseldorf. Sollten den Bühnensound vielleicht mal etwas runter schrauben. Gerade in so kleinen Läden. Wobei man auch von einem Mann an der Technik verlangen könnte diese Anweisung an die Band zu geben. 
Trotzdem gaben sie sich Mühe irgendwie Stimmung ins Publikum zu bringen. Recht vergebens. Stilles Beobachten war eher angesagt. Ist aber halt nichts neues bei der Opener Band. Im kleinen wie im großen. Etwas positives aber auch: Der neue Song von Kurz und Bündig mit dem Titel "Königin" gehört schnellstens auf Platte. Starke Nummer. Hier merkt man die positive Entwicklung nach vorne. 
 
Danach nach draußen zum rauchen und ein paar Menschen die Hand schütteln. Fand die zum Teil fast schon Ingnoranz mir gegenüber der Headliner amüsant bis kindisch. Etwa weil ich ihnen kein grandioses Review geschrieben habe zur Platte, welche heute vorgestellt wird? Man weiß es nicht. Als Künstler aber habe ich doch mehr davon wenn ich mal konstruktive Kritiken bekomme von jemanden der sich mit deinem Werk wirklich beschäftigt als von Freunden oder der Freundin die dich einfach nur gut finden weil sie dich kennen.
 
Zurück ins Geschehen. Die Frauenquote auf der Bühne wurde mal eben drastisch nach oben gedreht. Die Starlettes forderten zum Tanzen auf. Vier Frauen die einen sehr netten Mix aus Pop, Rock und Poppunk machen. Der Sound war erheblich besser und so machte es auch richtig Spaß die Band beim musizieren zu beobachten. Sie strahlten eine total sympathische Art aus mit einer riesigen Spielfreude im Arsch. Darf man das  bei Ladys jetzt sagen? Klar oder?? Gleichberechtigung und so. Es kam auch etwas Schwung in das Publikum rein. Wirklich voll war es immer noch nicht doch ein paar der Anwesenden gaben ihr Bestes um die Stimmung nach oben zu treiben. 
 
Die echte Überraschung des Abends folgte dann aber trotzdem erst noch. Was passiert wenn man einen im Kindesalter in einen Raum sperrt, ein Instrument in die Hand gibt und mit Metal beschallt?  Embody Sorrow heißt das Ergebnis. Wie alt sind die Jungs? 18-22?? Kann mir kaum vorstellen, optisch gesehen, dass sie älter waren. Spielerisch aber auf einem Level wo sich manch gestandene Männer hinter verstecken können. Ein bisschen Bullet for my valentine hier ein bisschen Machine Head da. Trotzdem keinesfalls ausgelutscht sondern Eigenständig. Ganz großes Tennis was die Burschen da abgeliefert haben. Sollte der Kuttenträger unbedingt im Auge behalten. 
ABER was mir da gerade einfällt. Ich habe es nicht mitbekommen aber haben die Jungs tatsächlich "Ich bin Alkoholiker" gecovert?? Wurde mir nur erzählt. Ist euch allen klar von wem der Song ist? Hier nur mal der erste Satz von Wikipedia:
 
Sleipnir  ist das Pseudonym des neonazistischen Liedermachers Marco Laszcz bzw. der Name der Rechtsrock -Band, deren Kopf er darstellt.

Wäre also ein absolutes NO GO!!!! Ich bezeichne es mal als Unwissenheit. Nur dann sollte man baldigst Aufklärung bieten. So etwas macht sich nicht gerade dauerhaft gut. 
 
Als letztes kamen dann schließlich Dangerous to life. Angefangen mit einem Interview Einspieler auf Leinwand wo leider kein Schwein etwas verstanden hat von dem jugendlichen Spaß. Tja und leider muss man wieder sagen das es irgendwie auch nicht das Gelbe vom Ei war. Allein der Sound war auf einmal wieder erschreckend schlecht bis ungenießbar. Vor geschätzten 50-60 Freunden und Bekannten machten sie zwar eine gute Figur ob man so aber den allgemeinen Punkrock Freund heute überzeugt hätte? Mich jedenfalls nicht.
Sehe Dangerous to life einfach nicht in der Rolle in welche sie sich selber gerne stecken. In der Rolle der gestandenen großen Band. Es ist eine recht unerfahrene Band die bisher ein paar Auftritte in regionalen Clubs gespielt hat aber noch ganz am Anfang steht. Eine Band die gerade eine Demo CD rausgebracht hat, die als solche gut ist. Unter diesen Aspekten ist das ganze eine feine Sache. Zu mehr fehlt es aber noch und das müssen sich die Jungs vielleicht einfach selbst mal eingestehen. Kein Mensch braucht Hardcover Tickets für eine Releaseshow im Sojus. Vielleicht 16 jährige Mädchen in der Selbstfindung, Ok! Der Rest ist aber völlig raus geschmissenes Geld für das eigene Ego. 
 
Fazit:
Bei den Bands gab es zum Teil heftige Klassenunterschiede. Nicht nur im spielerischen sondern eben auch vom Sound nach außen. Die Stimmung war eher mäßig als ausgelassen. Ich persönlich hatte dennoch meinen guten Abend mit perfekter Gesellschaft. Und mit den richtigen Leuten kann es überall schön sein. 

Fotos von Christian Otte

Veröffentlicht von am um 20:47 Uhr unter Konzerte

Dieses Review gibt den subjektiven Eindruck des Redakteurs wieder und muss sich nicht mit der Meinung der anderen Redakteure decken.

Kommentare zu diesem Artikel